… « zwischen »  den Zeilen und den Erdschichten … « entre » les lignes et la terre

@ University in Geneva

Hors Serie IV: auch sportliche Werbung am Unihockey-Superfinal

Es ist vollbracht: Der Schritt zum Event, zum Superfinal und zur TV-Live Übertragung pushen das Schweizer Unihockey zu neuen Sphären.

Ein frühlingshafter Tag, ich komme aus dem Garten, steige in den dritten Stock meiner Wohnung in Lunas (Frankreich), öffne das Fenster, geniesse die tägliche Sicht aufs Château und die Villageois, die – wie immer – an der Bushaltestelle über Gott und die Welt philosophieren.

Neu für heute ist, dass über meinen Bildschirm gleichzeitig auch revolutionäre Bilder flimmern: Bilder aus der in dieser Saison erstmals ausverkauften Kolping-Arena in Kloten (7624 Fans), nicht Eishockey, nein Unihockey, gefilmt mit x-Kameras, dem Sascha und dem Stefan als Kommentatoren und einem „Bügu“ von Seraina Ulber wie ihn Martin Olofsson zu Besten Zeiten nicht hätte besser schiessen können. Das nationale TV-Abenteuer beginnt viel versprechend, bei mir in der Provinz, wo später mit Wiler-Ersigen und Alligator Malans im Männerfinal zwei Provinzvereine mit internationaler Ausstrahlungskraft aufeinander treffen. Dank der „Schöner Fernsehen“-Website kann ich die Superfinals live verfolgen, denn die SRF-Livestreams sind aus rechtlichen Gründen nicht abrufbar in der Grande Nation.

SVWE Schweizer Meister 2014/15 (Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

SVWE Schweizer Meister 2014/15 (Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Bim, Bam, Bum machts dann zu Beginn, nach nur 13 Sekunden, des Männerfinals: Matthias Hofbauer wieder mal. Die lebende Legende, die den Final mit dem 1:0 lanciert und später im Interview mit SwissUnihockey sagen wird: „Unsere Erfolge basieren auf harter Arbeit. So langweilig ist das!“ Denn mit seinem Tor schiesst er Wiler-Ersigen auf die Siegerstrasse für „la Decima“, den zehnten Titel in den vergangenen zwölf Jahren.

"La Decima" ist perfekt (Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

„La Decima“ ist perfekt (Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Die Aussage Hofbauers ist nüchtern, nicht spektakulär, aber wahr. In der TV-Live-Übertragung hatte es ja dann genug, die sich genötigt sahen, fürs TV grosse Phrasen zu spucken. Allen voran GC’s Nico Scalvinoni, der an der Seite von Rufer in den Pausen kommentierte und seinen emotionslosen Auftritt mit der brüstenden Aussage beendete, dass er mit GC nächstes Jahr hier sein werde, also im Superfinal. Unmissverständliches Signal: im Grunde war er genervt, hier zu sein, neben dem Feld und seinen ärgsten Widersachern zuschauen zu müssen.

Chrischi Hofbauer (Mitte; Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

Chrischi Hofbauer (Mitte; Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Oder aber Sascha Ruefer: ich mochte gar nicht mehr hinhören, wie oft er erwähnte, dass es (oh Wunder) auch im Unhockey ein Liebespaar gibt. Kommentator-Experte Remo Manser befeuerte die Geschichte noch zusätzlich. Alle sprachen davon, das war richtig abgekartet dieses Spiel. Ein Spiel für das TV. Logisch. Love and sex sells! In der Solothurner Zeitung meinte Christoph Hofbauer dann lapidar: „Wir haben das schon vor der Saison abgemacht, dass wir gemeinsam Meister werden.“

"Bad Guy" Dave Wittwer (Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

„Bad Guy“ Dave Wittwer (Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Dann die diversen Hinweise, dass der Rufer und Bürer halt nicht seit Ewigkeiten Unihockey kommentieren. Da nahmen sie dankend die Siegenthalerischen Vorschauinfos auf, wo sie lesen konnten, dass der Dave Wittwer ein BadGuy sei. Sie sagten es just mehrere Male als der Mendelin gleich zwei Strafen de suite einfing. Hmm. Wer ist jetzt da, in diesem Spiel der Bad Guy? Mag sein, der Wittwer ist einer der Agressivleader von Wiler, trashtalked gerne mit den Schiedsrichtern, doch wie das Foto zeigt, ist er ein Bäri zum Knuddeln, sogar fast für seine Gegenspieler.

Fanky (ganz links) und die Trainercrew inklusive Sportchef Marcel Siegenthaler (ganz rechts; Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

Fanky (ganz links) und die Trainercrew inklusive Sportchef Marcel Siegenthaler (ganz rechts; Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Der Bock notabende kam dann am Ende bei der Pokalübergabe: weil das TV zu Adrian Zimmermann einen Pausenbeitrag sendete, hatte man wohl Wind davon gekriegt, dass der vielleicht seine Saison beenden würde. Der Bürer war so auf diese News fixiert, dass er Fanky „The SVWE-Captain“ mit Zimmi verwechselte. Zum Glück war da eben noch dieser Matthias Hofbauer, der mit Fanky den Pokal in die Höhe stemmen durfte und den wohl unterdessen in der Schweiz jeder Sportinteressierte kennt. Seinen Sportpanorama-Auftritten sei dank…

Erwähnenswert aus meiner Sicht waren zum Beispiel eher der phänomenale Backhand-Pass von SVWE-Youngster Deny Känzig, der Philip Fankhauser das 2:0 (10.) ermöglichte. Oder (so sagte man mir), dass offenbar die Malans-Fans bei Toren (nur eines weniger als Wiler; 6:5-Endstand) ihres Teams für einen grösseren Lärmpegel in der Halle sorgten… Oder, dass – der x-mal eingefangene – Rockstar Lassi Vänttinen für einmal praktisch keine auffällige Szene hatte, genauso wie der Malans-Topskorer Braillard.

Die diversen Geschichten dienten natürlich dazu, das Schweizer Unihockey zu verkaufen, was auch gelang. Der Verkauf hat begonnen sozusagen… jetzt muss der Sport aber auch die nötigen Geschichten liefern. Wer A sagt, muss auch B sagen. Ich hoffe SwissUnihockeys Kommunikationsverantwortliche lässt sich noch mehr als die gelungene PR-Pokal-Story einfallen.

Die Show beginnt... (Hans Ulrich Muelchi / www.fotohum.ch)

Die Show beginnt… (Hans Ulrich Muelchi / http://www.fotohum.ch)

Zugegeben: ich lechzte die Zunge, wenn ich die fürs TV produzierten Bilder sah. Ausser einmal, beim Solo von Isaac Rosén, der mindestens vier Malanser vernaschte, suchte die Kamera den Ball und seine stupende Stocktechnik (die das Solo erst ermöglichte). Zu schnell für einmal… da half auch die extra angepasste neue, grellgelbe Farbe des Balles nicht! Die Farbe des Balles bewährte sich aber: sie ist auch für TV-Live-Übertragungen in der französischen Provinz mit Sonnenschein geeignet…

Dass die TV-Übertragung aber alles in allem sehr gelungen war, ist vor allem den Teams zu verdanken. Sie sorgten für die spannenden Spielverläufe, bei den Frauen wie den Männern und machten so beste SPORTLICHE WERBUNG fürs Unihockey.

 

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20. April 2015 von in Lesen_Lire und getaggt mit , , .
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